Das ist dieses Jahr beim Bergrennen in Mickhausen geboten

Mickhausen, den 20. 09. 2022

Das Bergrennen in Mickhausen findet nach zwei Jahren Pause wieder statt. Dabei gibt es einige Neuerungen.

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Bald sind sie wieder am Start, die schnellen Wagen beim Bergrennen von Mickhausen. Am ersten Oktoberwochenende erwartet der ASC Bobingen Tausende von Zuschauern an der Strecke. Sie werden nicht nur altbewährte Rennläufe sehen, sondern auch einige Neuerungen erleben.

Zwei Jahre musste das Bergrennen von Mickhausen wegen Corona ausfallen. Am Samstag, 1. Oktober und Sonntag, 2. Oktober, gehen die Rennwagen wieder auf die altbewährte Strecke. Derzeit liegen rund 130 Anmeldungen für die verschiedenen Klassen vor. Wie Organisationsleiter Hinrich Groeneveld mitteilte, werden noch Anmeldungen angenommen. Als Obergrenze hat sich der ASC Bobingen 180 Fahrzeuge gesetzt. „Wir waren heuer bei verschiedenen Rennen befreundeter Clubs und sahen unterschiedliche Beteiligungszahlen. Da aber unser Lauf den Saisonabschluss darstellt, erwarten wir wie immer volle Teilnehmerzahlen“, so Groeneveld. „Es war nach der langen Zwangspause schwierig, wieder den ganzen Organisationsapparat und eine ausreichende Helfercrew, wir benötigen insgesamt über 200, zu aktivieren. Aber es ist uns gelungen.“

Diesmal gibt es kein Besucherzelt beim Bergrennen in Mickhausen

Da die Zeiten für Rennveranstaltungen auch nicht einfacher geworden sind und die Sponsoren nicht gerade Schlange stehen, mussten einige Sparmaßnahmen getroffen werden. „Davon werden aber die Zuschauer so gut wie nichts bemerken“, so Goeneveld. So gibt es kein Besucherzelt mehr, doch das liegt nicht am Geld, sondern es konnte kein Festwirt gefunden werden. Dem fehlte unter anderem das benötigte Personal. Trotzdem können sich die Zuschauer entlang der Strecke bestens verpflegen: „Wir haben mehr Stände und gut verteilt über die Strecke als früher zur Verfügung. Die Rennfans brauchen also keine langen Wege zum Zelt in Kauf nehmen.“

Abgeschafft wurde die teure Tribüne im Startbereich. Auch wird es keinen Vorverkauf mehr geben: „Es darf ja ohnehin jeder rein, der gerne zum Rennen will. Wir haben genügend Verkaufsstellen an verschiedenen Eingängen zur Verfügung“, so der Cheforganisator. Neu ist auch das Rennbüro im noch nicht ganz fertiggestellten Gemeinschaftshaus. Nicht mehr geben wird es auch die Rennläufe für Elektroautos, da die LEW als Sponsor abgesprungen ist. Hauptsponsor ist jetzt der ADAC. Da das Festzelt wegfällt, sind auch keine Abendveranstaltungen geplant.

Es war kalt und trübe, aber trotzdem waren beim Bergrennen Tausende von Motorsport-Fans nach Mickhausen gekommen.

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Bergrennen in Mickhausen lockt wieder tausende Fans an

Foto: Reinhold Radloff

Erstmals wird es eine Gleichmäßigkeitsprüfung für historische Fahrzeuge geben. Das bedeutet: Rennwagen, die älter als 30 Jahre sind, fahren dreimal die bekannte Strecke bei Antonius-Buche und Tierhold-Kreisel hinauf. Beim ersten Lauf legen sie eine Zeit vor, die es bei den beiden anderen Läufen möglichst genau zu treffen gilt. „Die besten Fahrer schaffen da einen Zeitunterschied von wenigen zehntel Sekunden. Das geht nur, wenn möglichst am Limit gefahren wird, da im Fahrzeug keine Zeitmessung mitlaufen darf“, erklärte Groeneveld, der sich auf diesen besonderen Programmpunkt freut.

Renntaxis sind in Mickhausen wieder am Start

Erfreulich für die Zuschauer: Es wird sechs Renntaxis geben, die nicht nur den VIPs, sondern auch den Zuschauern zur Verfügung stehen. Wer mit einem Rallyefahrer die Strecke hochjagen möchte, kann das für 200 Euro tun.

Man muss aber nicht eine Mitfahrt buchen, um den Rennwagen ganz nahe sein zu können. Auch dieses Jahr bleibt das Fahrerlager in Zelten, Garagen und Höfen in Mickhausen. „Dort kann jeder ganz nahe an die Wagen heran, den Crews bei den Rennvorbereitungen zuschauen oder auch sich mit den Fahrern unterhalten. So gibt es das nur bei uns“, freut sich Groeneveld, der weiß, dass sich auch die Einwohner des Ortes auf das besondere Erlebnis Bergrennen freuen und gerne ihr Privateigentum zur Verfügung stellen.

„Die Akzeptanz unseres Rennens ist groß“, weiß er, „auch wenn die Zeiten derzeit schwierig sind. „Weder im Verein noch in der Öffentlichkeit erhielten wir negative Stimmen und es gab keine Diskussionen, ob solche Veranstaltungen noch zeitgemäß sind. Im Gegenteil, wir wurden von allen Seiten bestärkt, das Bergrennen wieder durchzuziehen.“

Es bleibt also für den ASC Bobingen zu hoffen, dass genügend Zuschauer kommen. „Wir brauchen mindestens 4000 Zahlende, sonst rutschen wir ganz schnell ins Minus. Ohne mindestens eine schwarze Null können wir uns das Bergrennen nicht mehr leisten. Sollten wir wie 2019 wegen des schlechten Wetters ins Minus fallen, dann ist Schluss. Das würde uns sehr schmerzen. Aber wir sind als Verein finanziell nicht in der Lage, Tausende Euro draufzuzahlen.“

 

Bild zur Meldung: Fotos: Reinhold Radloff